Was ist löten und womit lötet man am besten?

Was ist Löten - Lötkolben und Lötzinn brauchen Sie auf jeden Fall.

Was ist Löten – Lötkolben und Lötzinn brauchen Sie auf jeden Fall.

Was ist löten – klären wir als erstes und schaun uns dann den Unterschied von Lötkolben und Lötstation an. Beide Werkzeuge eignen sich zum Löten – aber haben jeweils Vor- und Nachteile, wenn man sie vergleicht. Los geht´s: Was ist löten?

Was ist löten & ein paar Parameter

Was ist Löten - Platine löten.

Was ist Löten – Platine löten.

Löten ist relativ leicht zu erlernen. Mit Hilfe eines Lötkolbens und dem passenden Lötzinn können Sie Bauteile aus Metall wärme- oder strom leitfähig miteinander verbinden. Das ist vor allem im Elektro-Bereich interessant, für Platinen (Hardware PC) zum Beispiel oder auch für Lautsprecher, Kopfhörer oder E-Gitarren.

Die Lötstelle wird hier nicht starken Zugkräften ausgesetzt, das würde sie nämlich nicht leisten. Besonders fest sind Lötverbindungen nicht. Dafür, und darauf kommt es im Elektro-Bereich an, sind Lötstellen elektrisch gut leitfähig.

Wenn Sie Metall löten, erzeugen Sie eine metallische Legierung, also eine Verbindung zwischen zwei Metallen bei hoher Temperatur. Als Lötmaterial wird ein sogenanntes Lot verwendet. Soweit so allgemein als ersten Überblick. Wenn Sie es genauer brauchen, sollten Sie ein paar mehr Details kennen und beachten.

Beim Löten kommt es auf einige Parameter des Lötens an. Sie zu kennen, ist für jemanden, der nur selten lötet, nicht sooo wichtig. Wer regelmäßig lötet sollte diese Parameter aber kennen.

Lötkolben & Halterung oder Lötstation

Lötkolben oder Lötpistole sind zusammen mit dem Lötzinn, dem Lötmittel und einer Halterung oder Ablage für den Lötkolben, das was Sie in jedem Fall für´s Löten brauchen.

Ein Lötkolben besteht im wesentlichen auf einem Griff, idealerweise wie ein Stift zu verwenden, und einer Lötspitze. Die Lötspitze ist das Teilchen, auf das es beim Lötkolben ankommt. Die Spitze Ihres Lötkolbens verschließt mit der Zeit und sollte daher austauschbar sein.

Die Halterung ist wichtig, damit Sie den Lötkolben nicht die ganze Zeit in der Hand halten müssen. Während der Aufwärmzeit und dann beim Aushärten der Legierung werden Sie nicht ohne eine passende Halterung für den Lötkolben sein wollen.

Eine Lötstation ist im Grunde auch nichts anderes als ein Lötkolben, aber mit einigen Extras ausgestattet als da wären:

  • Lötstationen besitzen handlichere Lötkolben und die Leitungen können flexibler sein. Manchen haben auch viele unterschiedliche Lötspitzen je nach Anwendung zur Auswahl.
  • Lötstationen sind im Gegensatz zu Lötkolben schon ab Werk mit Temperaturreglern ausgestattet.
  • Manche Lötstationen verfügen über eine Erdungsmöglichkeit.

Der Vorteil von Lötstationen ist also ein vergleichsweise sicheres und komfortables Löten, zum Beispiel wenn Sie eine Weller Lötstation verwenden.
Der Vorteil von einfachen Lötkolben ist der deutlich geringere Preis. Außerdem können Sie einen Lötkolben überall mit hinnehmen, sprich er ist mobil, wie man so schön sagt.

Lötzinn oder Lot & Lötmittel

Als Lötzinn oder Lot wird in der Regel eine Zinn-Blei-Legierung verwendet, die umgangssprachlich auch als Lötzinn bezeichnet wird. Aber Zinn-Blei Legierungen sind – wegen des Bleis – gesundheitsschädigend und sollten bzw. bzw. dürfen inzwischen nur noch privat bzw. wenn nicht anders möglich eingesetzt werden.

Natürlich gibt es inzwischen auch bleifreie Legierungen. Das sind Zinnlegierungen mit Kupfer, Silber oder Nickel. Welches Lot das jeweils beste ist, hängt von den zu verschmelzenden Metallen ab. Weil: Der Schmelzpunkt des Lotes muss niedriger liegen als die Schmelzpunkte der Metallteile, die mit dem Lot verbunden werden.

Als Lötmittel ist dann auch noch eine Lötpaste oder Lötfett ganz hilfreich. Das macht den Lötzinn geschmeidiger, sodass er sich leichter verlöten lässt. Lötzinn mit zugesetztem Flussmittel gibt es auch.

Anheizzeit

Die Anheizzeit ist die Zeit, die ein Lötkolben vom Einschalten des Gerätes bis hin zu dem Zeitpunkt des Benutzens braucht. Achten Sie auf eine möglichst kurze Anheizzeit. Am besten Sie liegt unter  60 Sekunden. Ansonsten kann diese an sich einfache Arbeit zu einem Geduldspiel werden.

Leistung

Leistung bezeichnet das Potenzial an Wärmeenergie, die über einen gewissen Zeitraum hinweg erzeugt werden kann. Je mehr Wärme benötigt wird, desto mehr Watt wird benötigt. Normal sind das 50 – 60 W. Bei wärmeleitfähigeren Materialien wird zum Löten mehr Leistung benötig.

Sollen Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit und großem Volumen, wie z. B. Kupferleitungen, Blechteile, etc.) verlötet werden, brauchen Sie einen Lötkolben oder eine Lötstation mit mehr Leistung.

Löttemperatur für Weichlöten und Hartlöten

Grob unterscheidet man beim Löten zwischen Hartlöten und Weichlöten. Die Grenze zwischen Hartlöten und Weichlöten liegt bei 450° C. Hartlöten ist der Temperaraturbereich, in dem die Temperatur zwar schon über 450° C liegt, aber die zu verbindenden Metalle selbst nicht aufgeschmolzen werden. Das ist dann erst beim Schweißen der Fall. Auch beim Schweißen werden metallische Werkstücke miteinander verbunden, in der Regel aber nicht rein privat.

Die Löttemperatur muss immer etwas höher als der Schmelzpunkt des gewünschten Lötmaterials sein, da bei Berührung die Spitze etwas abkühlt und dies durch erhöhte Temperatur ausgeglichen wird. Für Standardarbeiten mit Sn99Cu1+ML empfiehlt sich eine Löttemperatur von 250 °C.

Achten Sie also wenn möglich auf eine regulierbare Temperatur der Lötkolbens. Das ist nicht bei jedem Lötkolben schon gegeben, insbesonderen bei fertigen Lötsets meist nicht.

Was ist beim Löten noch zu beachten?

Potentialausgleich

Manchen Geräte, insbesondere Lötstationen, verfügen über einen eingebauten Potenzialausgleich. Der dient dazu, einer statischen Entladung vorzubeugen und das Bauteil beim Löten zu schützen. Nicht alle Bauteile sind anfällig für statische Entladungen. Es gibt Bauteile, die robuster sind. Bei diesen ist ein Ausgleich dann nicht nötig.

Passwortschutz für die richtigen Löteinstellungen

Auch ein Passwort kann, besonders für Profis, ein nützliches Zusatzfeature sein. Der Passwortschutz schützt den Benutzer davor, dass die richtige Temperatur/Strom eingestellt ist und kein Dritter an die Lötstation rankommt und andere Einstellungen vornehmen könnte. Das ist besonders wichtig, wenn mehrere Personen Zugriff haben.

Standby & Abschaltautomatik für den Lötkolben

Standby-Modus oder Abschaltautomatik: Ersteres ist insofern interessant, dass die Lötspitze in dieser Zeit auf 100 bis 150 °C herunterkühlt, sodass die recht anfällige Lötspitze geschont wird. Das erhöht die Lebensdauer der Lötspitze deutlich.

Eine Abschaltautomatik ist ein Super Methode für sicheres Löten. Denn bei längerem Nicht-Gebrauch des Lötkolbens wird die Stromzufuhr automatisch unterbrochen. So wird einem Brand vorgebeugt. Das ist auch im privaten bzw. im Hobbybereich zu empfehlen. Lötstationen sind meist mit solch einer Abschaltautomatik ausgestattet. Aber auch bei einem einfachen Lötkolben können Sie eine Abschaltautomatik zwischen Lötkolben und Steckdose hängen.

Was ist Löten? Auf jeden Fall auch …

… die Wartung aller beteiligten Werkzeuge und Bauteile. Regelmäßige Wartung und Reinigung verstehen sich von selbst. Reste vom letzten Lötvorgang würden das neue Ergebnis verfälschen bzw. negativ beeinträchtigen. Saubere Lötnähte sehen besser aus und halten auch länger.

Auch Verschleißteile, also vor allem die Lötspitze, gehören rechtzeitig getauscht, damit Lötvorgänge nicht unnötig unterbrochen werden müssen. Nur so kann die gewünschte Qualität gewährleistet und aufrechterhalten bleiben. Nachhaltigkeit ist auch hier wichtig!

Und noch ein Wort zur sogenannten kalten Lötstelle

Manchmal wird die Verbindung durch das Lötzinn nicht richtig fest. Grund dafür ist den meisten der Fälle, dass das Lötzinn nicht noch nicht die erforderliche Temperatur hatte.

Manchmal ist man aber auch selbst „Schuld“. Es passiert, grad Anfängern, immer wieder, dass sie zappeln während das Lötzinn gerade erstarrt. Ungünstig, wenn man dabei den Lötkolben in der Hand hat: Bewegung in der Erstarrungsphase. Eine kalte Lötstelle glänzt nicht so wie eine langsam ausgekühlte und ist eben auch nicht ausreichend fest. Ist meist kein Drama. Gehen Sie noch mal mit Lötkolben, Lötmittel und Lötzinn an die wacklige Stelle. Meist macht es sich aber gut, das alte, überschüssige Lötzinn vorher zu entfernen, spricht zu entlöten. Sonst wird die Lötstelle schnell zu dick.

Bildquellen / Was ist löten:

© Bruno Glätsch auf Pixabay
© Justinite auf Pixabay

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