
Wer das richtige Motoröl finden will, muss nicht zum Technikprofi werden – ein Blick in die Fahrzeugunterlagen und ein paar einfache Regeln reichen völlig aus.
Hochwertige Motoröle erkennt man übrigens weniger am „Marken-Image“ als an der passenden Herstellerfreigabe, der richtigen Viskosität und einem stabilen Additiv-Coktail, der zum Motor und zum Fahrprofil passt.
Wer diese drei Punkte sauber zusammenbringt, reduziert Verschleiß, hält den Motor sauber und vermeidet Folgeschäden durch falsche Ölwahl oder zu lange Wechselintervalle. Und keine Sorgen, die sperrigen Begriffe erklären wir natürlich gleich allgemeinverständlich.
Was „hochwertig“ im Fall von Motoröl bedeutet
Ein richtige Motoröl ist in erster Linie ein Öl, das genau die Anforderungen erfüllt, die der Motorenhersteller vorgibt (Freigaben/Normen), weil moderne Motoren (z. B. mit Turbo, Direkteinspritzung oder Abgasnachbehandlung) empfindlich auf Abweichungen reagieren
Viele Fahrer orientieren sich nur an „5W-30“ oder „5W-40“, doch entscheidend sind zusätzlich die konkreten Fahrzeugfreigaben, die in Bedienungsanleitung bzw. Serviceheft stehen.
Gerade bei neueren Fahrzeugen kann eine falsche Spezifikation nicht nur technischen Ärger verursachen, sondern auch Garantie-Themen nach sich ziehen, weshalb Herstellerangaben immer die erste Instanz bleiben.
Viskosität des Öls – was ist das?

Die Zahlen- und Buchstabenkombination auf der Ölflasche (zum Beispiel 0W-20, 5W-30 oder 5W-40) beschreibt vereinfacht gesagt, wie „dick oder dünn“ das Öl bei Kälte und bei warmem Motor ist. Viskosität bedeutet wörtlich so viel Fließfähigkeit oder auch Zähigkeit von Flüssigkeiten und besagt, wie leicht ein Öl fließt.
Honig zum Beispiel soll gern recht zähflüssig sein, Wasser dagegen fließt, so es sauber und ist, schnell und leicht an jedweden Hindernissen entlang ohne zu stocken oder kleben zu bleiben.
Das ist wichtig, weil der Motor beim Start schnell gut geschmiert sein muss, das Öl aber gleichzeitig bei heißem Motor nicht zu dünn werden darf, damit überall ein stabiler Schmierfilm bleibt.
Ein Blick in die Bedienungsanleitung: die Freigaben des Herstellers
Trotzdem gilt: Die Zahlen zur Viskosität allein reichen nicht, um das richtige Öl zu finden.
Welches Motoröl wirklich für ein bestimmtes Auto geeignet ist, steht in der Bedienungsanleitung oder im Serviceheft.
Oft gibt es auch einen Aufkleber im Motorraum, auf dem die passende Ölsorte genannt wird. Gerade bei neueren Autos sollte man sich unbedingt darum bemühen, das genau richtige Motoröl zu finden, weil moderne Motoren sehr empfindlich auf falsches Öl reagieren können.
Als einfachen Dreischritt, wie du das richtige Motoröl findest, kannst du dir gerne merken:
- Erstens: Schau immer zuerst nach, welche Freigabe bzw. Norm der Fahrzeughersteller vorschreibt, es steht in der Anleitung/Serviceheft des Fahrzeugs.
- Zweitens: Innerhalb dieser Vorgabe wähle eine Öl-Sorte, deren „Dicke“ (also die Zahl wie 5W-30 oder 5W-40) gut zu deinem Motor und zum typischen Einsatz passt – etwa viele Kurzstrecken oder viel Autobahn.
- Drittens: Erst wenn diese beiden Punkte stimmen, vergleiche zwischen verschiedenen Marken und Preisen, um dir das passende hochwertige Motoröl rauszusuchen.
Warum Öl altert und wie man das verhindern kann
Motoröl arbeitet unter hoher thermischer und mechanischer Belastung und altert durch Verunreinigungen wie Abrieb, nicht verbrannten Kraftstoff und Rückstände aus dem Brennraum.
Mit der Zeit lässt die Schmierfähigkeit nach, und genau deshalb ist ein regelmäßiger Ölwechsel wichtig: Er ersetzt gealtertes Öl durch frisches, sauberes Öl im Kreislauf.
Hochwertige Öle sind häufig synthetisch und versprechen bessere Eigenschaften und teils längere Standzeiten. Sinnvoll ist das aber nur, wenn sie konsequent eingesetzt werden und trotzdem im passenden Intervall gewechselt werden.
Das richtige Motoröl hat passende Additive
Zusätzlich zum Grundöl steckt in jedem Motoröl noch ein „Cocktail“ aus Zusatzstoffen – und genau den meint die Formulierung mit den Additiven. Diese Zusätze übernehmen viele praktische Aufgaben: Sie halten den Motor innen sauber, verhindern übermäßige Ablagerungen, schützen vor Rost und sorgen dafür, dass das Öl auch bei hohen Temperaturen und Belastungen stabil bleibt. Anschaulich gesagt:
- Das Grundöl ist die Basis – so wie Wasser bei einem Reinigungsmittel.
- Die Additive sind die „geheime Rezeptur“, die daraus ein wirklich wirksames Produkt macht.
Hochwertige Motoröle stimmen diese Mischung aus Zusatzstoffen so ab, dass sie genau zu modernen Motoren mit Turbo, Partikelfilter oder Katalysator passen und diese Bauteile nicht angreifen, sondern schützen.
Deshalb ist es wichtig, ein Öl zu verwenden, das die Freigaben des Herstellers erfüllt – dann ist sichergestellt, dass sowohl Grundöl als auch Additiv-Paket für diesen Motor geeignet sind.
Wie oft das Öl wechseln – die Frage nach den Wechselintervallen

Wie oft das Motoröl gewechselt werden sollte oder sogar muss, hängt vor allem vom Fahrprofil ab. Die für den konkreten Motor passenden Ölwechselintervalle können als fixe Herstellerintervalle (Kilometer/Zeitraum) oder verbrauchsabhängig (Anzeige/Sensorik) ausgelegt sein.
Als Richtwert werden Intervalle im Bereich 15.000 bis 40.000 km genannt; bei durchschnittlicher Jahresfahrleistung kann das oft auf etwa alle 1,5 bis 2 Jahre hinauslaufen, wobei es letztlich dann doch auf die Herstellerangaben hinausläuft. Will sagen: Im Zweifelsfall sind diese maßgeblich.
Aber noch ein Faktor hat Einfluss auf die Wechselintervalle: Regelmäßiger Kurzstreckenbetrieb belastet das Öl besonders, weil häufige Kaltstarts und nicht vollständig warm gefahrene Motoren begünstigen können, dass Kraftstoff ins Öl gelangt und die Schmierfähigkeit sinkt. Deshalb wird bei häufigen Kurzstreckenfahrten in der Regel ein früherer Wechsel angesagt sein.
Das richtige Motoröl finden – ganz praktisch
Für die Praxis heißt das: Das richtige Motoröl ist schlicht das Öl, das zu deinem Motor „offiziell passt“ – also in Bedienungsanleitung oder Serviceheft ausdrücklich freigegeben ist. Und es sollte auch die dort empfohlene Viskosität haben (z. B. 5W-30, 5W-40 oder ein 0W-Öl).
In Webshops findest du dafür eine große Auswahl an Motorölen für verschiedene Fahrzeuge (PKW, Transporter und mehr) und in unterschiedlichen Viskositäten. So kannst du sehr bequem genau das Öl auswählen, das zu den Vorgaben deines Herstellers passt, statt lange zu rätseln.
Damit du schnell das richtige Motoröl für dein Fahrzeug finden kannst, gehe zum Beispiel so vor:
- Du nimmst Fahrzeugschein, Bedienungsanleitung oder Serviceheft zur Hand.
- Schreib dir die Öl-Spezifikation bzw. Freigabe und die empfohlene Viskosität heraus.
- Im Shop deiner Wahl gibst du dann diese Angaben ein.
- Alternativ kannst du auch Filteroptionen auswählen und dann aus den passenden hochwertigen Motorölen das Öl heraussuchen, das du brauchst.
- Wie gesagt: Es geht dabei nicht nur so sehr um Preis oder die „W-Zahl“, sondern um die Eignung für genau dein Fahrzeug.
Quellen:
- Text: Das passende Motoröl finden / Viskosität – Begriff / Öl wechseln
- Bilder: © Depositphotos / Synapticrelay – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link / Depositphotos