Als die Klimaanlage erfunden wurde

Die Klimaanlage gibt es erst seit gut 100 Jahren.

Die Klimaanlage gibt es erst seit gut 100 Jahren.

Die Klimaanlage gibt es in der Form wie wir sie heute kennen noch nicht sehr lange. Gerade einmal gut 100 Jahre ist es her, dass die Klimaanlage erfunden wurde.

Bereits seit Jahrtausenden haben Menschen in heißen Ländern versucht, sich mittels raffinierter Ideen Kühlung in ihren Räumlichkeiten zu verschaffen. Doch Fächer, in den Zimmern ausgelegtes Wasser sowie Eis konnten nur für erste Ansätze zu diesem Ziel sorgen.

Erst dem amerikanischen Maschinenbauer Willis Carrier gelang im Jahre 1902 ein revolutionärer Ansatz. Fortan wurde es möglich, das Raumklima in den heißen Ländern angenehm zu temperieren.

Heutzutage werden auch in unseren Gefilden heiße Tage zur Belastung. Bei zu viel Hitze im Auto natürlich auch wie in der Wohnung sorgt zum Beispiel eine Klimaanlage bei Vetall für Abhilfe.

Der Erfinder der Klimaanlage Willis Carrier

Die Klimaanlage im Auto sorgt für angenehme Temperaturen.

Die Klimaanlage im Auto sorgt für angenehme Temperaturen.

Der damals 25-jährige Willis Carrier war ein kreativer Kopf und unermüdlicher Forscher. Er kam noch recht frisch von der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York.

Als diplomierter Maschinenbauer wurde er nach dem Studium von der Buffalo Forge Company engagiert, die sich auf den Verkauf von technischen Geräten spezialisiert hatte.

Die Einstellung für die Produktentwicklung sollte sich auszahlen. Dem genialen Tüftler gelang eine technische Lösung für das Klimaproblem in geschlossenen Räumen.

Den Durchbruch bei der Klimaanlage gab es 1902

Dabei war es nicht nur das heiße Klima, das sich in jenem heißen Sommer 1902 als problematisch für die Produktion in den Betrieben erwies. Auch die hohe Luftfeuchtigkeit trug zum Verderben empfindlicher Ware bei und verschlechterte die Arbeitsbedingungen in den aufgeheizten Betrieben massiv.

Um gegen diese Probleme ein wirksames Gegengift zu entwickeln, entwickelte Carrier eine Apparatur, bei der er mit einem Ventilator Luft durch eine mit Wasser gefüllte Röhre beförderte.

So konnte der Luft Feuchtigkeit entzogen werden, während das Klima spürbar abkühlte. Seine Erfindung meldete er als „Apparat zur Behandlung von Luft“ an und sicherte sich sein zukünftiges Geschäftsmodell.

Vielfältiger Nutzen für Handel und Gewerbe

Willis Carrier hatte schnell realisiert, welche Potentiale in seiner Erfindung verborgen waren. Der Airconditioner (A/C), wie seine Klimaanlage in den USA genannt wurde, besaß zahlreiche teilweise gewichtige Vorteile für das Wirtschaftswachstum, die Lebensqualität sowie zur Konservierung verderblicher Ware.

Was die verderblichen Waren anging, so waren es zum Beispiel Süßwarenhersteller, Waffenproduzenten, Gewerbebetriebe in der Fleisch- und Fischindustrie, Tabakbauern und Getränkehersteller, die sich interessiert an der neuen Technologie zeigten.

Auch Lichtspielhäuser und Konsumtempel waren schnell von den neuen Klimaanlagen begeistert. Für sie hieß das ja, in den heißen Monaten nun die Kundschaft anlocken zu können, anstatt diese  wie bisher abzuschrecken. Klimaanlagen in Autos und Wohnungen trugen dazu bei, den Traum vom American Way of Life wachzuhalten und in der Welt zu verbreiten.

Steigerung der Arbeitsproduktivität

Auch die Beschleunigung der Arbeitsproduktivität speziell an heißen Tagen durch die Klimaanlage war enorm. Heute wissen Soziologen, dass die Leistungsfähigkeit von Menschen bei einer Raumtemperatur von 28 Grad Celsius um 30 % und bei 33 Grad C um 50 % abnimmt.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit trägt zudem dazu bei, dass die Mitarbeiter die Hitze als noch drückender empfinden. Ein zusätzlicher Effekt hat die Hitze bei modernen Arbeiten an flimmernden Monitoren, welche die Mitarbeiter weiter zur Erschöpfung treibt.

Was für den Menschen gut ist, ist in dem Fall auch für das Material nützlich. Sowohl Hitze als auch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit führen bekanntlich zur Schimmelbildung in geschlossenen Räumen.

Folgen der Erfindung

Die Erfindung der Klimaanlage gilt als eine eher unscheinbare Erfindung, deren Wirkung allerdings enorm ist. Insofern erinnert diese an die Erfindung des Fahrstuhls, die ebenfalls die Voraussetzung für größere Entwicklung gewesen war.

Die Klimaanlage verbesserte den Lebensstandard der Menschen an heißen Tagen. Und er bewirkte übrigens auch, dass die ärmeren Länder, die überwiegend in den Tropen oder in den Subtropen lagen, die Chance hatten, mit den reicheren Ländern Europas und USA nachzuziehen. Der heute viel beschworene asiatische Boom wäre wahrscheinlich ohne die Klimaanlage in der Form nicht möglich gewesen.

Dies hatte auch der Erfinder selbst erkannt, der schnell die Potentiale seiner Erfindung für den asiatischen Markt realisiert hatte. Willis Carrier machte sich mit seinem Unternehmen Carrier Engineering Corporation selbstständig und legte großen Wert auf eine asiatische Expansion.

Konsequenterweise war Japan der erste Absatzmarkt für seine Produkte bereits im Jahre 1907. Als Unternehmer war Carrier ähnlich erfolgreich wie als Wissenschaftler. Sein Unternehmen ist bis heute Weltmarktführer auf dem Markt für die heute unverzichtbar wirkenden Klimaanlagen.

Bildquellen:

© Sławomir Kowalewski auf Pixabay
© GTÜ  / pixelio.de

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