Richtig dachdecken – Tipps zum Decken eines Daches

Dachdecker in Not - richtig dachdecken ist manchmal nicht leicht.

Dachdecker in Not – richtig dachdecken ist manchmal nicht leicht.

Richtig dachdecken ist keine Kleinigkeit, denn man kann eine Menge falsch machen. Doch besonders bei älteren Gebäuden muss im Zuge von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten oft auch das Dach neu gedeckt werden.

Nicht jeder kann es sich leisten, dafür einen professionellen Dachdecker zu beauftragen.

Mit viel handwerklichem Geschick, der richtigen Ausrüstung und der Hilfe von Freunden und Bekannten, lässt sich ein Dach auch ohne Dachdecker eindecken. Aber nur dann. Hier ein paar Tipps zum Decken eines Daches.

Die Kontrolle der Dämmung und der Holzkonstruktion sind wichtig

Als erstes muss die Holzkonstruktion stehen.

Als erstes muss die Holzkonstruktion stehen.

Im ersten Arbeitsschritt muss das Dach komplett abgedeckt werden. Nur so ist ersichtlich, ob die darunterliegende Holzkonstruktion in Ordnung ist. Bei undichten Dächern kann die Holzkonstruktion mit der Zeit faulen.

Oft tut sie das auch. Aber genau sieht man es erst, wenn die Ziegel runter sind. Balken und Latten, die nicht mehr stabil sind, müssen auf jeden Fall ersetzt werden.

Auch nach der Dämmung des Dachs kann nur geschaut werden, wenn das Dach abgedeckt ist. Besonders in älteren Gebäuden ist es möglich, dass ein Dach nur unzureichend oder überhaupt nicht gedämmt ist. Ist die Dämmung verlegt oder erneuert, kann auf das Dach zusätzlich eine EPDM Dachfolie aufgebracht werden.

Diese Folie schützt das Dach vor Wasser, Kälte, Hitze, UV-Strahlung und Ozon. Die Dachbahnen bestehen aus synthetischem Kautschuk und sind für jede Dachkonstruktion geeignet. Selbst auf Flachdächern kann die Folie ausgelegt werden.

Richtig dachdecken beginnt mit Rechnen

Dachdecker am Werke

Dachdecker am Werke

Wenn Sie neue Dachziegel zum Eindecken des Hauses verwenden wollen, müssen Sie zuerst den Bedarf an Ziegeln und Brettern für die Ortgänge berechnen.

In der Berechnung müssen u.a. die genauen Maße der Überdeckung der Ziegeln, die Lattenabstände sowie der Pfannen- und der Lattenabstand an der Traufe berücksichtigt werden. Außerdem brauchen Sie die Maße für die Schnürabstände an den Ortgängen.

Bei einem Dach mit einer Gaube oder mit Dachfenstern brauchen Sie natürlich auch diese Maße. Nur dürfte das dann ein Fall für einen professionellen Dachdecker sein.

Mit den Maßen können Sie dann im Fachhandel die Ziegel und Bretter für die Ortgänge bestellen.

Wer sich nicht ganz sicher ist, kann sich die genaue Anzahl auch im Fachmarkt von einem kompetenten Mitarbeiter berechnen lassen. Dafür müssen Sie allerdings die genauen Maße des Dachs nehmen. Für einen handwerklich versierten Heimwerker kein Problem. Anders sieht allein schon die Berechnung für einen Hobby-Heimwerker aus.

Sind Dachziegel geliefert, vollständig und sortiert, geht es an das Verlegen der Ziegel.

Von Ortgang zu Ortgang

Den seitlichen Abschluss der begehbaren Dachfläche nennt man auch Ortgang. Das Wort „Ortgang“ kommt von und besagt so viel wie: „Ende des Gehens“.

Sind die Ortgänge sicher mit der Verlattung verschraubt, geht es an das sogenannte Abschnüren. Abschnüren meint, dass Sie gerade Linien (Schnüre) zwischen den beiden Ortgängen an den Seiten des Daches ziehen. Die Schnüre laufen je Ziegelreihe parallel zueinander von Ortgang zu Ortgang. Das ist wichtig, damit Sie die Ziegel gleichmäßig verlegen können.

Endlich nun, nach dem Abschnüren können Sie mit dem Verlegen der normal großen, also der Masse der Ziegel beginnen. Sie beginnen unten an der Traufe und arbeiten sich dann Reihe für Reihe hoch bis zum Dachfirst. Bei umsichtiger Vorbereitung (Messen, Ortgänge, Abschnüren) geht das eigentliche Verlegen meist recht flott von der Hand.

Nach dem Eindecken der Ziegelreihen, zum Beispiel auf beiden Seiten eines Giebeldaches, müssen Sie nur noch den abschließenden Dachfirst verlegen. Die Firstziegel werden auf eine Konstruktion gelegt, die aus Dachlatten und Dichtband besteht. Die Konstruktion wird mit Nägeln am Dach befestigt. Nach dem Verlegen der Firstziegel ist das Decken des Dachs abgeschlossen.

Ein professioneller Dachdecker ist meist die bessere Lösung

Richtig dachdecken ist nicht einfach, sondern ein nicht zufällig hochgeschätztes Handwerk mit einer langen Tradition. Deshalb sollten Sie sich ans Dach decken nur heran wagen, wenn Sie handwerklich sehr begabt und erfahren sind. Für das Eindecken des Dachs werden neben dem erwähnten Material ja auch eine  ganze Reihe von Werkzeug benötigt, die man nicht einfach so im Haus bzw. in der Werkstatt hat.

Auch an die Eigensicherung bei den Arbeiten auf dem Dach sollte stets gedacht werden. Und selbst wenn Sie an alles gedacht haben: Schneller geht das Eindecken, wenn Freunde oder Bekannte bei den umfangreichen Arbeiten helfen. Optimal ist, wenn sich im Freundes- oder Bekanntenkreis ein Zimmermann oder Dachdecker befindet.

Wer ganz alleine ist, sollte sich überlegen, ob er nicht doch einen Dachdecker beauftragt. Ein Dachdecker benötigt mit seinem Team für das Eindecken eines Dachs oft nur wenige Tage. Außerdem haben Hausbesitzer einen Anspruch auf Nachbesserung, wenn das Dach nach dem Eindecken durch den Profi nicht dicht sein sollte.

Bildquellen / Richtig dachdecken:

© Stefan Bayer  / pixelio.de / Mario Ohibsky from Pixabay /   Capri23auto from Pixabay

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Über den Autor

Handwerker Profi Tom
Von Hause aus Harfenbauer - was ein hohes Maß an Präzision verlangt und auch schult, entwickelt, produziert und verkauft Tom heute seine eigene Kollektion an Gartenmöbeln . Natürlich aus Holz.

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