Holzterrasse selber bauen – Anleitung mit Praxistipps

Eine Holzterrasse selber bauen

Eine einfache Holzterrasse kann man durchaus selber bauen

Eine Holzterrasse kann einen Garten erheblich aufwerten und muss nicht immer gleich von einer teuren Fachfirma angelegt werden. Mit etwas handwerklichem Geschick und einem Plan vor Augen können auch Sie eine Holzterrasse im Nu hochziehen.

1. Die Vorbereitungsphase

Planung ist schon der halbe Erfolg

Zumindest umgekehrt – ohne Planung bleibt Ihr Traum von einer Terrasse bloßer Wunschtraum. Damit Ihr Garten- bzw. Terrassenprojekt von Erfolg gekrönt sein kann, bedarf es nicht nur einer ungefähren, sondern einer sehr gut durchdachten Planung mit genauen Skizzen.

Überlegen Sie zu allererst, was Ihre Wunschterrasse alles leisten soll – also welche Funktionen Sie haben soll. Zum Beispiel macht es einen großen Unterschied, ob Sie nur die Terrasse selber bauen oder sie auch überdachen wollen, damit Sie auch bei Regen im Freien sitzen können oder sich eher ein geschütztes Sonnen-bade-plätzchen wünschen. Im letzteren Fall wäre eine Überdachung weniger sinnvoll.

Oder – anderes Beispiel – soll die Terrasse verglast werden – dann wäre sie auch in den kühlen Jahreszeit als Wintergarten nutzbar oder sind Wintergärten für Sie eher gar nicht das, was Sie brauchen, um sich in Ihrem Heim wohlzufühlen?

Im folgenden beschreiben wir zunächst einmal, wie Sie eine einfache Holzterrasse selber bauen können – ohne Dach und ohne Verglasung. Denn Überdachung und Verglasung einer Terrasse erfordern nicht nur Geschick, sondern in der Regel schon einen Fachmann.

Erst wenn Ihre Vorstellung ganz klar und am besten auch mit Ihrer Familie schon durchgespielt und “genehmigt” ist, geht es zum nächsten Schritt:

Sie fertigen eine maßstabsgetreue Zeichnung an. Darin enthalten müssen sämtliche Dielen, Bretter und Pfosten der Unterkonstruktion sein, damit Sie die benötigte Materialmenge möglichst genau abschätzen können.

Am besten legen Sie die Größe der künftigen Holzterrasse nun so fest, dass kein Dielenbrett in der Länge gekürzt werden muss. Dies erleichtert die spätere Arbeit in einem erheblichen Maße und verringert die Möglichkeit etwaiger Messfehler.

Materialien und Werkzeuge

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie sich natürlich alle Baumaterialien zu besorgen und das benötigte Werkzeug griffbereit zur Hand legen.
Zur Grundausstattung an Werkzeugen gehören auf jeden Fall:

Zu den Baumaterialien einer Holzterrasse zählen:

  • Schnur / Pfähle zur Grobabsteckung der Umrandung
  • Verlegesand und Schotter
  • Traghölzer bzw. Betonplatten für die Unterkonstruktion
  • ausreichend Bretter für den Belag
  • Schrauben

Vorsicht bei der richtigen Holzauswahl

Das Grundbaumaterial einer Holzterrasse ist selbstverständlich der Rohstoff Holz. Zu den beliebtesten Tropenhölzern zählt Bangkirai. Das Holz ist rotbraun, extrem schwer und witterungsbeständig.

Ähnliche Eigenschaften haben die Hölzer Massaranduba, Teak und Garapa. Tropenhölzer sind teuer in der Anschaffung und sollten unbedingt über ein FSC-Zertifikat verfügen. Dies garantiert Ihnen einen natürlichen Forstabbau, wobei der Handel mit Fälschungen nicht zu unterschätzen ist.

Als Alternative zum Tropenholz können Sie von den heimischen Gehölzen wetterbeständige Hölzer wie Douglasie, Robinie bzw. Lärche gut für Ihre Holzterrasse verwenden.

Unter dem Fachbegriff Thermoholz finden Sie auch Buchen- oder Kieferholz, dass einer speziellen Veredelung unterzogen wurde.

Die Einkaufspreise liegen gut 40% unter dem der Tropenhölzer und eignen sich sehr gut zum Terrassenbau. Eine neumoderne Form des Terrassenholzes ist die Wood Plastic Composites (WPC). Hierbei wird Holz mit Kunststoff vereint und birgt eine nahezu unendliche Haltbarkeit.

Im Vorfeld richtig Maß nehmen

Heimwerker sägt mit Stichsäge

Dielen aus Verbundholz zuschneiden

Das Grundmaß einer Terrassendiele liegt bei 14,5 cm Breite / 2,5 cm Dicke / 245 – 397 cm Länge. Soll Ihre Terrasse breiter als das Längenmaß einer Holzlatte werden, so kommen Sie nicht drum herum, zwei Bretter auf Stoß miteinander zu verlegen.

Dieser sollte sich bestenfalls mittig von der Terrasse befinden und nicht zu sehr an den Rand wandern. Dies würde sonst “zusammengeflickt” aussehen und schmälert Ihre neue Terrasse in einem erheblichen Maße.

Die Trägerbalken unter der Unterkonstruktion sind das A und O einer Terrasse. Sind diese falsch gemessen, kann eine optimale Tragfähigkeit nicht garantiert werden und Sie müssen Ihre Arbeit gegebenfalls in wenigen Jahren wieder erneuern.

Das Mindestmaß eines Trägerbalkens liegt bei einer Holzterrasse bei 4,5 x 9,0 cm. Der Abstand zwischen den Trägerbalken darf 60 cm nicht übersteigen. Nehmen Sie also im Vorfeld genau Maß und rechnen Sie sich die Anzahl der Trägerbalken aus. Nur so können Sie auf einer soliden Grundsubstanz aufbauen und auf Langlebigkeit hoffen.

Die richtigen Schrauben und Beläge wählen

Bei der Auswahl sämtlicher Schrauben und Beläge ist darauf zu achten, dass diese aus Edelstahl gefertigt wurden. Würden Sie nämlich normale Holzschrauben für Ihre Holzterrasse einsetzen, so würden sie witterungsbedingt korrodieren und einen hässlichen braunen Rostfleck hinterlassen. Das optimale Schraubenmaß beträgt 4,5 x 50 mm.

Der Fachhandel bietet für den Holzterrassenbau spezielle Senkkopf-Edelstahlschrauben mit Teilgewinde an, die sich schnell in das Holz hinein schrauben lassen. Zum Eindrehen nutzt man einen Torx Aufsatz, welcher für ein größeres Drehmoment ausgerichtet ist. Eine schnelle Abnutzung des Schraubkopfes wird vermieden, so dass Sie bei einer fehlerhaften Ansetzung die Schraube auch leicht wieder heraus drehen können.

Holzterrasse selber bauen – Ebenerdig oder erhöht?

Bevor es nun an den Bau der eigentlichen Holzterrasse geht, sollten Sie den letzten Gedankenpunkt noch für sich abarbeiten. Bei einer erhöhten Terrasse muss der Blickwinkel auf die eigentliche Terrassentür gerichtet werden.

Die Dielenbretter sollten entweder direkt mit der Türschwelle abschließen oder aber einen gut sichtbaren Absatz bilden. Befinden sich unmittelbar an der Hauswand Lichtschächte, so dürfen diese nicht einfach überdeckt werden. Spezielle Ausschächtungen sind notwendig, die wiederum extra gesichert werden müssen.

Eine ebenerdige Holzterrasse mag sich zwar in einigen Gärten besser einfügen, setzt aber deutlich andere Maßstäbe an den Bau voran. Der Untergrund muss präzise ausgekoffert werden, damit die späteren Terrassendielen genau mit der Rasenkante abschließen können. Hier ist nicht nur ein gutes Augenmaß gefragt sondern auch ein ständiges Nachmessen, ob der eigentliche Terrassenaufbau noch mit den Ursprungsplänen übereinstimmt.

Zu verachten ist bei der Planung auch nicht das Gefälle, damit späteres Regenwasser schneller abfließen kann. Natürlich wird sich die Terrasse nicht in einer optischen Schieflage befinden, doch um ein Gefälle von 1% kommen Sie nicht drum herum. Auf einen Meter gemessen entspricht dies etwa 1 cm und ist im Nachhinein kaum zu erkennen.

Keine Berührungspunkte zwischen Hauswand und Terrasse

Eine Holzterrasse darf niemals direkt mit der Hauswand verbunden sein. Denn Holz ist ein natürlicher Rohstoff und kann sich aufgrund verändernder Temperaturbedingungen leicht ausdehnen bzw. zusammenziehen. Durch einen Mindestabstand von 5 mm verhindern Sie das Anstauen von Regenwasser und Schmutz, die wiederum ein idealer Nährboden für Keimbildungen sind.

Meist werden Kabel zwar direkt unter der Kunstruktion verlegt, es sollte bei der Planung jedoch ebenfalls an mögliche Kabeldurchführungen gedacht werden. Hilfreiche Beiträge zur Elektrik bietet der Elektro- und Haushaltsprofi im Netz.

2. Die Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion ist das Stützbein einer jeden Terrasse und muss beim Bau sorgfältig ausgeführt werden. Am effektivsten und einfachsten ist ein Punktfundament mit Balkenträgern. Dies ist nicht nur kostengünstig sondern bietet dem Holz auch den möglichen Freiraum sich zu bewegen. Mit einer Schnur wird nun die Terrassengröße umrandet und die Höhe der Tragbalkenoberkante festgelegt.

Nicht zu vergessen ist die Einberechnung des Dielen Gefälles. Im Anschluss wird das Erdreich in einer Höhe von 10-15 cm ausgehoben und durch Füllsand ersetzt. Bei einer ebenerdigen Terrasse müssen die Maße anders berechnet werden.

Das Fundament
Damit ein Punktfundament gegossen werden kann, muss an den bevorzugten Positionen ein Loch mit dem Umfang von 20 x 20 cm und einer Tiefe von 40 cm ausgehoben werden. Anschließend werden die Löcher wieder mit beton aufgefüllt und kontinuierlich verdichtet. Sobald die Masse trocken geworden ist, wird ein Anti-Unkraut-Vlies über die gesamte Terrassengröße verteilt. Über die Fundamentsteine wird nun ein Sockelstein (Basamentsteine) von 16 x 16 x 14 cm Größe gelegt, die die Unterkante der späteren Tragbalken bilden. Alle Steine müssen exakt auf Maß verlaufen.

Die Kiesschüttung
Damit sich unter der Terrasse nicht überschüssiges Regenwasser ansammelt, muss der gesamte Bereich mit einer 5 cm hohen Kiesschicht aufgefüllt werden. Die Kiesschicht nennt man auch Sauberkeitsschicht und sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit auf einem geringen Level gehalten wird.

Die Tragebalken
Nachdem die Kiesschicht gleichmäßig verteilt wurde, beginnen Sie damit die Tragbalken zu verlegen. Schneiden Sie die Bretter gleichmäßig und präzise zu und legen Sie diese im gleichen Abstand zueinander auf den Basamsteinen auf. Der Berührungspunkt zwischen Balken und Basamstein muss mit einer glatten Teichfolie ummantelt werden. Hierbei genügt ein Stück so groß wie der Basamstein, damit kein Wasser von der Holzverlattung in den Stein eindringen kann.

3. Der Belag

Die richtige Verlegetechnik

Bei der Verschraubung der Dielenbretter beginnen Sie am besten an der rechten oder linken Ecke der Hauswand. Richten Sie das Brett präzise aus und achten Sie auf den Mindestabstand zur Hauswand. Liegt alles gut, beginnen Sie mit der Verschraubung am rechten und linken Ende der Diele. Absolut wichtig hierbei ist, dass sämtliche Schrauben in einer gleichbleibenden Flucht verlaufen müssen.

Spannen Sie sich dazu am besten eine Schnur, um unschöne optische Mängel zu vermeiden. Zu jeder weiteren Diele muss in Längsrichtung ein Zwischenraum von 5 mm eingehalten werden. Zur besseren Fixierung eignen sich dafür besondere Abstandshalten, die einfach in die Nut gesteckt und später wieder entfernt werden können.

4. Der Rand

Die Abschlusskante begradigen

Bei der Anbringung der Dielenbretter sollte man diese in der Längsrichtung nicht genau auf Maß sägen. Eine stimmige Länge während des Verschraubungsprozesses ist nicht notwendig und wird im Nachhinein mit nur einem Arbeitsschritt begradigt. Dazu fixieren Sie einfach eine Führungsschiene entlang der Terrassenkante und schneiden überstehende Holzreste einfach ab.

Kontrolle des Endergebnisses

Nachdem die Holzterrasse fertiggestellt wurde, müssen Sie die Kanten nur noch mit Schmirgelpapier bearbeiten. Glatte Schnittkanten werden dadurch abgerundet und stellen keinerlei Unfallrisiko mehr dar. Mit dem ersten Besengriff werden die restlichen Spuren der Baumaßnahme beseitigt und die Einweihungsfeier kann direkt starten.

Bildquellen:

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