Treppenformen: gerade Treppe, Spindeltreppe oder Wendeltreppe?

Spindeltreppen

Treppenformen: Wendeltreppen an einem Gebäude in Hamburg, Deutschland

Treppen sind in jedem Haus mit zwei oder mehr Stockwerken unverzichtbar. Da es neben der geraden Treppe auch Spindeltreppen, Bogentreppen, Podesttreppen, halb- und viertelgewendelte Treppen gibt, sollten Sie genau planen, welche Treppenform und welche Treppenart für Ihre Zwecke optimal ist.

Treppenformen und Treppenarten: Welche Bauform passt?

Bei einem Neubau müssen die Treppen natürlich von Beginn an mit eingeplant werden. Bei einem Altbau können Sie unter Umständen durch geschickten Umbau und eine optimal ausgewählte und richtig platzierte Treppe zusätzlichen Platz in Ihren vier Wänden schaffen.

Neben Ihrem  persönlichen Geschmack und den baulichen Gegebenheiten Ihres Hauses spielt natürlich auch das Budget eine erhebliche Rolle bei der Wahl der richtigen Treppe für Ihre eigenen vier Wände. Welche Treppenarten und Formen gibt es also. Wann sollten Sie auf welche Treppenform und welche Treppenart setzen?

Bei der Treppenplanung gilt es zunächst daran zu denken, dass möglicherweise auch Gegenstände diese Treppe hinauf oder hinunterbefördert werden müssen. Deshalb ist eine entsprechende Dimensionierung zu berücksichtigen, schon alleine aus praktischen Gesichtsgründen.

Zudem gibt es gewisse Baunormen und Vorschriften für die Breite, Steigung, Auftritt und der benötigten Kopfhöhe. Aus diesen Faktoren ergeben sich die Rahmenbedingungen des Machbaren.

Weit ausladene Bogentreppen etwa sind formschön und stabil, aber sie brauchen, wenn Ihre Vorteile voll zur Geltung kommen sollen, auch sehr viel Platz. Deshalb werden Sie in normal großen Privat-Räumen eher seltener eingesetzt, dafür gern in öffentlichen Räumen.

Folgende Treppenformen sind in privaten Räumen gegenwärtig am geläufigsten:

Gerade Treppen – gut begehbar

Einfache gerade Treppen zeichnen sich wie der Name bereits verrät dadurch aus, dass sie gerade ausgehend nach oben führen. Dabei nehmen gerade Treppen ohne Absatz oder Wendelung verhältnismäßig viel Raum in Anspruch.

Die lichte Durchgangshöhe einer geraden Treppe muss – wie bei allen anderen normal genutzten Treppen – mindestens zwei Meter betragen, besser 2,10 m oder mehr.

Bei einer geraden Treppe haben alle Stufen in der Regel dieselbe Länge und denselben Auftritt. Üblicherweise nimmt also eine gerade Treppe im Treppenverlauf an Breite weder ab noch zu.

Wann sollten Sie sich für eine gerade Treppe entscheiden?

In Frage kommt eine schlichte gerade Treppe vor allem dann, wenn Sie über relativ viel Platz verfügen und besonderen Wert auf Sicherheit beim Begehen der Treppe legen. Natürlich auch dann, wenn Sie eh schon gerade Treppen in einem Altbau verfügen und der Aufwand für eine besonders attraktive oder platzsparende Treppe sich für Sie nicht rechnet.

Praktische Podesttreppen

Podesttreppen werden gern auch in privaten Räumen eingesetzt. Podesttreppen haben den großen Vorteil, dass die Richtung der Treppe sich ändern kann, also um die Ecke gehen kann – und die Stufen dennoch wie bei der geraden Treppe gleichmäßig breit und tief sind.

Zudem sparen Sie mit einer Podesttreppe Platz im Vergleich zur geraden Treppe, was für kleine Räume oft das entscheidende Kriterium ist. Insofern vereinen Podesttreppen die praktischen Vorteile von geraden Treppen und gewendelten Treppen.

Besonders schön sind sie von sich aus erstmal nicht, was natürlich kein Hindernisgrund für eine Podesttreppe sein muss, denn auch mit Farben und Material lässt sich einiges an Optik herausholen.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt bei dieser Treppenform ist es allerdings, dass statistisch gesehen bei diesen Treppen besonders viele Unfälle passieren. Verständlich insofern als das Podest den Rhythmus der Schritte unterbricht und die nächste Stufe erst wieder ertastet werden muss.

Podesttreppe - Vergleich viertelgewendelte Treppe

Podesttreppe und viertelgewendelte Treppe nebeneinander zum Vergleich

Wann sollten Sie sich für eine Podesttreppe entscheiden?

Die Vorteile einer Podesttreppe können Sie guten Gewissens nutzen und sich für diese entscheiden, wenn Sie zusätzlich für Sicherheit beim Benutzen der Treppe sorgen.

Das kann zum Beispiel die Beleuchtung des Podestes, besser noch aller Stufen sein, kombiniert mit einer auffälligen farblichen Gestaltung des Treppenabsatzes, sodass das Auge den Schritt sicherheitshalber immer begleiten kann.

Zierliche Spindeltreppen

Das zentrale Element der Spindeltreppe ist eine Mittelsäule – die sogenannte Spindel. An Ihr werden die Stufen befestigt. Das Geländer wird bei einer Spindeltreppe entweder an den Stufen montiert oder aber, falls vorhanden, an einer außenliegenden Wange.

Eine Spindeltreppe kann links oder rechtsherum gespindelt sein und nimmt im Vergleich zu anderen Treppenformen am wenigsten Raum ein. Auch wird eine Spindeltreppe oft als attraktiver Blickfang eingesetzt.

Wann sollten Sie sich für eine Spindeltreppe entscheiden?

Eine Spindeltreppe ist – ganz klar – ein besonderer Blickfang und spart jede Menge Platz. Wenn Ihnen dieser Effekt wichtig ist, ist eine Spindeltreppe vielleicht das richtige für Sie. Als alleinige Verbindung zwischen den Stockwerken könnte eine Spindeltreppe allerdings problematisch werden.

Umso platzsparender die Spindeltreppe konstruiert wurde, umso problematischer. Denn damit steigen auch die Gefahren.

Vorsicht sei bei Spindeltreppen empfohlen, wenn jemand in Ihrem Haushalt – oder auch Gäste – nicht so gut zu Fuß sind. Denn durch die geringe Stufenbreite – je näher der Spindel desto schmaler – kann ein kleines Kind oder gebrechliche Personen schnell mal den Halt verlieren und abrutschen.

Ebenso ist bei Spindeltreppen zu bedenken, dass Sie weniger geeignet für große Traglasten sind als zum Beispiel die gerade Treppe oder auch die Bogentreppe. Auch eine viertel- oder halbgewendelte Treppe lässt sich in der Regel leichter begehen und als Transportweg benutzen als die vergleichsweise zierliche Spindeltreppe.

Gewendelte Treppen

Eine raumsparende Wendeltreppe wird auch als gewendelte Treppe bezeichnet. Eine gewendelte Treppe gibt es halb und als viertel gewendelte Treppe. Sie hat keine Mittelsäule, sondern zwei Wangen und verläuft schraubenförmig um das sogenannte Treppenauge.

die klassische Wendeltreppe

Eine schöne klassische Wendeltreppe

Natürlich – rechts im Bild – gibt es auch durchgehende Wendeltreppen, die allerdings ähnlich wie Bogentreppen eher in öffentlichen Räumen sinnvoll sind.

Eine viertel Windung der Stufen wird in der Regel entweder am Beginn oder Ende eingebaut – in der Mitte normalerweise nicht. Aber auch das ist natürlich denkbar.

Wie bei einer Spindeltreppe auch – und im Gegensatz zu einer geraden Treppe – sind die Stufen an der Stelle der Windung innen schmaler als außen.

Allerdings ist die Stufentiefe und Stufenbreite bei einer gewendelten Treppe in der Regel ähnlich wie bei der geraden Treppe, sodass sich viertel- und halbgewendelte Treppen meist recht gut begehen lassen.

Die Anzahl der Stufen und die Höhe des Absatzes können je nach zu überbrückender Distanz und persönlichen Vorlieben variieren. Eine Wendeltreppe ist ebenfalls sehr platzsparend und kann bei Bedarf auch mitten im Raum positioniert werden.

Wann sollten Sie sich für eine gewendelte Treppe entscheiden?

Nicht umsonst sind gewendelte Treppen die am meisten verwendeten Treppen. Sie haben den Vorteil, dass sie sich gut begehen lassen und zudem dennoch platzsparend im Vergleich zu einer geraden oder einer Bogentreppe sind.

Optisch ansprechender als gerade Treppen sind gewendelte Treppen eben auch – vor allem durch eine Windung gleich am Zugang zur Treppe.

Treppenarten: Geschoss- bis Fluchttreppen

Neben den Treppenformen unterscheidet man zusätzlich zwischen Treppenarten. Hier unterscheidet man neben anderen zwischen Geschoss-, Eingangs-, Balkon- und Fluchttreppen.

  • Geschosstreppen verbinden dem Namen nach einzelne Geschosse oder Etagen miteinander.
  • Die Eingangstreppe kann neben ihrer Hauptfunktion als Erschließungsweg auch als Stauraum oder Sitzelement Verwendung finden.
  • Die Balkontreppe verbindet den Balkon mit dem Garten oder dem Vorgarten. Zusätzlich kann sie als Rettungsweg fungieren. Wenn wenig Raum zu Verfügung steht, lohnt sich der Einsatz einer Spindel oder Wendeltreppe.
  • Bei Fluchttreppen handelt es sich um vorgeschriebene, lebensrettende Einrichtungen. Bei Ihrem Bau müssen spezielle Normen und Vorschriften eingehalten werden die der Landesbauordnung zu entnehmen sind.

Natürlich kann man unter gewissen Voraussetzungen auch zu unkonventionellen Treppenformen greifen. Sofern die Anforderungen an die ordnungsgemäße Begehbarkeit der Treppe gewährleistet sind ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt. So kann man auch ganz individuelle Treppenwünsche wahr werden lassen.

Bildquellen:

© Ralf Gosch / Fotolia.com
© handwerker-heimwerker.de
© H.-Joachim Schiemenz  / pixelio.de

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